PD Dr. med. Ch. Schmidt

Yang et al. JAMA Network Open. 2019;2(2):e188341

Liegestütze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wollen Sie wissen, wie hoch Ihr Risiko ist, eine akute Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden? Es gibt komplexe Modelle und Tests, um dies einzuschätzen. Im Jahr 2019 wurde jedoch eine Studie veröffentlicht, die einen ganz einfachen Test untersuchte: ca. 1500 Menschen im mittleren Lebensalter mussten zeigen, wieviele Liegestütze sie spontan schafften. Dann wurden sie – in 5 Gruppen verteilt (bis 10, bis 20, bis 30, bis 40, > 40 Liegestütze) – und ca. 10 Jahre nachbeobachtet. Es ist nicht verwunderlich, aber wer zu Beginn 40 Liegestütze spontan schaffte, der erkrankte sehr viel seltener an Herz-Kreislauf-Problemen. Es zeigte sich eine „Dosis-Wirkungs-Beziehung“. „Trivial!“ werden Sie sagen. Mag sein! Ob die Liegestützkapazität ursächlich für die bessere Gesundheit ist oder nur ein Zeichen schon vorhandener besserer Fitness lässt sich natürlich nicht sagen (Henne-Ei-Problem). Allerdings ist diese Studie ein guter Anlass, sich selbst zu testen. Gleichzeitig kann man die Gelegenheit nutzen eine kleine gesunde Gewohnheit – ein Microhabit – einzuüben. Verknüpfen Sie (gleich ab heute!) eine Routinetätigkeit (z.B. Zähneputzen) mit Liegestützen. Egal ob einem, drei, fünf oder hundert. Einer täglich ist besser als keiner. Nur einer am Tag? Ja, das sind 365 im Jahr zusätzlich! Und steigern kann man sich immer. Wenn es nach 3 Wochen zur Gewohnheit wird, empfinden Sie es nicht mehr als belastend. So einfach kann es sein – kleine Schritte, großer Effekt. Ihre Schulter- und Brustmuskulatur wird es Ihnen danken.

Wieviel Liegestütze schaffen Sie spontan? Schreiben Sie es uns in die Kommentare!

Ein Kommentar zu „Kleine Veränderung, große Wirkung: Wieviele Liegestütze schaffst du?

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